Grüne Strauchnatter oder Smaragdnatter
Rhadinophis (Gonyosoma) prasinum
Smaragdnattern unterscheiden sich im Wesen deutlich von anderen Vertretern der Gattung Elaphe (i.w.S.). Ich halte eine Gruppe von NZ-Tieren aus dem Jahr 2002, deren Eltern in Tam Dao (Nord Vietnam) gefangen wurden. Seit 2005 habe ich außerdem einen WF-Weibchen aus dem gleichen Gebiet als Zuchtleihgabe eingestellt - das Tier war zuvor bereits mehrere Jähre männerlos in Gefangenschaft. Aus dem Gebiet um Tam Dao auch ist eine tükisblaue Morphe bekannt. Aus dieser Linie bekam ich 2005 ein (heterozygotes) Nachzuchtpaar.
Die Tiere leben relativ versteckt. Ich halte sie einzeln oder zu zweit in gut strukturierten Terrarien (grabbarer Bodengrund, trockene und feuchte Versteckplätze, starkwüchsige robuste Grünpflanzen). So fühlen sich die Tiere geborgen - eine stressfreie Umgebung ist ein wichtiger Faktor für die langjährige erfolgreiche Haltung dieser Tiere. Obwohl ich meine Tiere selten in die Hand nehme verhalten sie sich beim Ergreifen sehr ruhig und beißen nicht.
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- Weibliche R. prasinum in der Häutung. Das Tier hat sich ins Versteck gekotet - sich zu zeigen wäre ja riskant.
Gefüttert werden die Tiere mit lebenden Mäusen. Frostfutter wird von meinen Tieren nicht angenommen. Gelegentlich lassen sie auch einfach ins Terrarium gegebene lebende Mäuse zunächst unbeachtet. Gibt man die Mäuse jedoch ins Versteck des Tieres, werden sie sofort gepackt. Einige Tiere bevorzugen Afrikanische Vielzitzenmäuse (Mastomys).
Oft liegen die Tiere tagelang im Wasser, auch in der Winterruhe kann man dieses Verhalten beobachten. Hautprobleme resultierten daraus jedoch nie. Auch den Kot setzten sie gerne ins Wasser ab.
Die Tiere haben einen sehr ausgeprägten Jahresrhythmus auf den man sich als Halter dieser Art einstellen muss! Die Hauptpaarungszeit liegt im Winter. Bei Temperaturen von 12-15°C sind die Tiere aktiv auf der Suche nach Partnern. Zusammengesetzt paaren sie sich meist sofort. Ab März erhöhe ich die Temperaturen, Futter wird jedoch bis zur Eiablage nicht angenommen. Meist Ende Mai werden dann 5-11 kleine Eier abgelegt. Im Juni beginnen die adulten Tiere Futter anzunehmen und sollten dann wöchentlich mit 1-2 kleinen Mäusen versorgt werden. Ab Oktober richten sich die Tiere auf den Winter ein und nehmen kein Futter mehr. Obwohl die erwachsenen Tiere nur 4 Monate im Jahr fressen, reicht es ihnen um ihre Reserven zu füllen und einige Zentimeter zu wachsen. Bisher reproduzieren alle meine Weibchen jährlich!
Bisher waren alle Gelege zu 100% befruchtet, die Schlupfraten lagen bei einigen Gelegen allerdings unter 50%. Die Jungtiere gehen gut ans Futter, sodass man sie ohne Sorgen auch im ersten Winter schon einige Wochen kühl überwintern kann.
Die geschilderten Verhaltensweisen sind Beobachtungen an meinen Tieren. Halter von Tieren die ursprünglich aus Nordost-Thailand (Loei) stammen berichten zum Teil gegenteiliges. So fressen diese Tiere oft auch im Frühjahr und sind im Umgang sehr unruhig und bissig.
Adultgröße: 100-140 cm
Überwinterung: 2-3 Monate, bei 12-15°C
Empfohlene Literatur:
- Schulz, K.-D. & Grossmann, W. (2000): Pflege und Zucht von Elaphe prasina (Blyth, 1854), Sauria, Berlin, 2: 31-36








