Mang Viper
Zhaoermia mangshanensis
Die Art ist bisher nur aus einem kleinen Gebiet am Mang-Shan in der chinesischen Provinz Hunan bekannt und wurde von der Wissenschaft erst Ende der 80er Jahre entdeckt. Seit Oktober 2005 pflege ich ein Weibchen dieser Art. Es ist ein Nachzuchttier, geschlüpft im Zoo San Diego im Jahr 2002.
Frau Mang bewohnt aktuell ein Terrarium mit den Maßen 120x60x100cm. Einen Teil des Bodengrundes halte ich stets feucht, mehrmal in der Woche wird Wasser im Terrarium versprüht. Die Bepflanung wurde bisher nur wenig in Mitleidenschaft gezogen. Das Tier verhält sich sehr ruhig und hat bisher selbst bei Störung noch keine Beißversuche gezeigt (von anderen Tieren/Haltern ist mir jedoch auch Gegenteiliges bekannt). Trotzdem muss man beim Hantieren im Terrarium große Vorsicht walten lassen - auf Grund ihrer Ausmaße verfügen die Tiere über eine große Reichweite, die Giftzähne sind sehr lang und die prominenten Giftdrüsen lassen große Mengen an Gift vermuten. Auch eine Schutzbrille sollte man tragen, da die Art ihr Gift auch versprühen kann.
Mein Tier hat bisher nur im Frühjahr und im Herbst Nahrung angenommen. Zwischen den beiden Häutungen im Mai und August wurde kein Futter angenommen. In dieser Zeit wurde auch kein Kot gefunden und keinerlei Aktivitäten beobachtet.
Gefressen werden adulte Vielzitzenmäuse oder Ratten in gleicher Größe. Die Beute wird abends oder nachts angeboten und auch nur dann, wenn das Tier Hunger signalisiert. Dies ist dann der Fall, wenn es nachts den Kopf aus der Ruheposition ein Stück weit nach vorne legt. Liegt das Tier zusammengerollt am Ruheplatz, wurde noch kein Futter angenommen. Kommt das Beutetier in Reichweite, wird der Kopf leicht angehoben, die Beute anvisiert (Grubenotter), bezüngelt, das Maul kurz leicht geöffnet und dann kräftig zugebissen. Wird die Beute festgehalten, stirbt sie nach wenigen Sekunden. Hält die Mang-Viper ihre Beute nicht fest, tritt der Tod nach 20s bis 30min ein. Nach einigen Minuten begibt sich das Tier auf die Suche, wartet ggf. noch den Tod des Futtertieres ab und verschlingt schließlich ihre Beute.
Im Spätherbst 2005 war das Tier sehr unruhig und auch tagsüber im Terrarium unterwegs. Sogar Grabversuche konnten beobachtet werden, auch die verschmutzte Schnauze deutete auf das Graben oder Wühlen hin - vermutlich war das Tier auf der Suche nach einem geeignetem Platz zur überwinterung.
Im Jahr 2007 konnte ich meinen Bestand dieser Art vergrößern. Ich erhielt von Andreas Gumprecht zwei Männchen aus seiner NZ 2002 und Jungtiere aus einer Schweizer NZ 2007, sodass ich aktuell Tiere aus drei Nachzuchtlinien pflege.
Die Jungtiere stellten im Herbst die Futteraufnahme ein nachdem sie 2-4 mal gefressen hatten. Nach der Winterruhe wurden sie schnell zu gierigen Fressern, die schon mit einem Jahr halbwüchsige Mäuse fressen und diese beim Erbeuten versuchen festzuhalten. Gelingt ihnen dies ist der Kampf nach spätestens fünft Sekunden entschieden. Mit einem Jahr wogen sie ca. 200g.
Adultgröße: über 200 cm
Überwinterung: ca. 2 Monate, bei 8-16°C (Tag-Nacht-Schwankung)
Empfohlene Literatur:
- Gumprecht, A. & Boyer, D. M. & Tepedelen, K. (2002): Die Grubenottern der Gattung Trimeresurus (sensu lato) LACEPEDE Teil I: Anmerkungen zur Biologie, Haltung und Nachzucht von Ermia mangshanensis (Zhao, 1990), Sauria 4 - 2002, S. 3-11
- Gumprecht, A. & Tillack, F. & Orlov, N. L. & Captain, A. & Ryabow, S. (2004): Asian pitvipers, GeitjeBooks Berlin, 368 S.







