Äskulapnatter
Zamenis longissimus
Äskulapnattern faszinieren mich schon sehr lange. In den vergangen Jahren pflegte ich Gruppen von Nachzuchttieren, die ursprünglich aus drei verschiedenen Gebieten stammten: Passau (Deutschland), Süden des Jura-Gebirges (Schweiz), sowie dem Osten des Loire-Tals (Frankreich). Aktuell halte ich nur noch eine Gruppe melanistischer (Axanthie?) Tiere, die vom Loire-Tier abstammen.
Wie auch die anderen Vertreter der Gattung benötigen Äskulapnattern eine lange Winterruhe, weil sie selbständig bereits im Spätsommer die Nahrungsaufnahme einstellen. Im Frühjahr und Sommer sind sie gierige Fresser. Die Jungtiere schlüpfen (zumindest im Freiland) zu einer Zeit, wenn die Adulten die Nahrungsaufnahme bereits eingestellt haben.
Von den Babys meiner Passauer Tiere fraß nach dem Schlupf nur ein Teil und diese auch nur unregelmäßig, während die Schweizer Babys komplett, gierig und regelmäßig noch vor der Winterruhe mehrere Male fraßen. Egal ob sie gefressen haben oder nicht, sollte man die Jungtiere im Oktober zügig einwintern, ohne die Futterverweigerer zuvor zwangszufüttern. Im ersten Winter halte ich die Jungtiere ca. 2-3 Monate kalt. Die Aufzucht erfolgt einzeln bei Temperaturen zwischen 20 und 25°C.
In den ersten Lebensjahren sind Äskulapnattern oft scheu, manchmal auch bissig. Erst später werden sie ruhiger. Meine adulten Tiere sind problemlos im Umgang und in den Monaten April bis Juli sehr zeigefreudig.
Bei Ihrer ersten Verpaarung sollten Weibchen mindestens 100 cm lang sein. Sie sind dann 3 bis 5 Jahre alt. Vorher sollten sie, wenn nicht einzeln, dann zumindest getrennt von den Männchen gehalten werden. Das erste Gelege ist oft mit einer großen Anstrengung für das Muttertier verbunden, weshalb eine Verpaarung im dritten Jahr noch nicht anzuraten ist. Die Weibchen starten bei mir mit 7 bis 9 großen Eiern. Das Erstgelege meines Schweizer Weibchens umfaste 8 Eier und wog 190g. Das Muttertier wog danach noch 200g. Es fraß danach gierig und holte den Gewichtsverlust bis zum Herbst komplett wieder auf, legte sich allerdings zwei Fettdepots am Schwanzansatz an. Die Jungtiere schlüpfen normalerweise mit über 10g und sind 30 bis 35 cm lang.
Das Geschlecht der Jungtiere lässt sich bei fast allen Tieren zweifelsfrei anhand der Anzahl der Subcaudalia bestimmen Es empfiehlt sich jedoch diese nicht am lebenden Tier, sondern an einer abgestreiften Haut (Exuvie) zu zählen. Ein Statistik hierzu ist bei Heimes & Waitzmann publiziert: Weibchen: 66 bis 78 Subcaudalia, Männchen: 77 bis 92 Subcaudalia (an Tieren aus deutschen Populationen ermittelt, 2 Ausreißer: 1 Männchen mit 75 Sc und 1 Weibchen mit 80 Sc).
Adultgröße: 100-180 cm, Weibchen bis 140 cm, Männchen größer
Überwinterung: 5-6 Monate, bei 5-10°C
Schutzstatus: BArtSchV
Empfohlene Literatur:
- Heimes, H.-J. & Waitzmann, M. (1993): Die Äskulapnatter (Elaphe longissima (Laurenti, 1768)) in Deutschland, Zoologische Abhandlungen des Staatlichen Museeums für Tierkunde Dresden (Band 47, Nr. 12), S. 157-192
- Gomilla, A. (2002): Die Äskulapnatter (Elaphe longissima) - Verbreitung und Lebensweise in Mitteleuropa. - Edition Chimaira, Frankfurt am Main: 158 S.









