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Gelbstreifennatter oder Schwarzschwanznatter

Coelognathus flavolineatus

Coelognathus flavolineatus
Junges NZ-Weibchen, ca. 6 Monate alt.

Die Gelbstreifennatter ist in Ihrer Verbreitung auf tropische Gebiete beschränkt. Meine Tiere stammen aus Vietnam, wo sie bis vor einigen Jahren noch unbekannt waren. Sie zeichnen sich dadurch aus, daß sie ihre attraktive Jugendzeichnung im Alter behalten: die Tiere haben einen gelborangen Rückenstreifen, der bis ins letzte Körperdrittel reicht und eine kontrastreiche Schwarz-Weiß-Fleckung an den Seiten des Halses.

Im Terrarium bevorzugen sie bei mir feuchtwarme Versteckplätze, wo sie sich fast die ganze Zeit aufhalten. Lokal haben sie hier ca. 28-30°C und 90% relative Luftfeuchte. Die Grundtemperatur im Terrarium liegt am Tage zwischen 22 und 30°C, nachts nie unter 20°C. Ihre Vorlieben für eine bestimmte Futtertierart wechselt hin und wieder. Mein großes Weibchen ist in vier Jahren auf 180 cm herangewachsen, das Männchen ist deutlich kleiner und schlanker. Möglicherweise bleiben die Männchen etwas kleiner als die Weibchen, sie scheinen auch unregelmäßiger zu fressen.

Die großen Tiere setzten Ihren Kot bevorzugt in die Wassergefäße ab, weshalb ich ihnen zwei Wasserschalen anbiete, in der Hoffnung, daß eine ständig sauberes Trinkwasser bietet. Paarungen und Eiablagen erfolgten zu verschiedenen Jahreszeiten. Die Gelege bestehen aus 5-9 Eiern folgten oft in Serie aufeinander. Eine zeitweilige Trennung der Geschlechter führte nicht zu einer Legepause, sondern zum Absetzten eines Geleges aus 4 unbefruchteten Eiern am Tag der Häutung des Weibchens und einem befruchteten Ei zehn Tage später.

Coelognathus flavolineatus Paarung
Paarung.
Coelognathus flavolineatus Eiablage
Eiablage am 28.04.2004: 9 Eier.

Die Eier sind sehr dick- und hartschalig und nicht einfach zum Schlupf zu bringen. Das erste Gelege lag anfangs zu feucht. Die Eier nahmen zu viel Wasser auf und die harte äußere Eischale konnte dem wachsenden Volumen nicht nachgeben, so daß bei einigen Eiern die äußere Eischale aufriß und dann nur noch stückweise auf einer darunter liegenden Schicht auflag. Eines dieser Eier verdarb, aus 2 anderen schlüpften gesunde Jungschlangen.

Coelognathus flavolineatus Ei
Links oben: mein Schnitt, aus dem das Jungtier schlüpfte. Links Mitte: Eischnitt des Schlüpflings. Unten Mitte: Kontaktstelle zum Nachbarei. Rechts senkrecht: Riß der oberen Eischale vom Beginn der Inkubation.

Eine vollständige Substratdeckung und somit ein leichtes Aufreißen der äußeren Eischale scheint jedoch Bedingung für ein selbständiges Schlüpfen der Jungschlangen zu sein. Die Eischale sieht dann aus wie ein rissiger ausgetrockneter Acker. Die Jungtiere machen nur weinige (einen?) Schnitte, der entlang dieser Risse verläuft. Nach dem Schlupf sieht man den Eiern kaum an, daß bereits ein Jungtier geschlüpft ist. Ich halte es für angebracht den Tieren Schlupfhilfe durch ein Anschneiden der Eier zu leisten, da die Bedingungen der künstlichen Inkubation den Verhältnissen am natürlichen Eiablageplatz nicht nahe genug kommen, um einen erfolgreichen Schlupfvorgang zu ermöglichen. Die Eier benötigen bei 28°C ca. 90 Tage für Ihre Entwicklung. Mit einer spitzen Schere bohre ich einige Tage vor dem Schlupftermin ein Loch in die Eischale und schneide sie großzügig (aber natürlich mit flacher Scherenführung) auf. Der Schnitt erinnert an das Zerschneiden der Schale von Hühnereiern, es lösen sich Schalenteile am Schnitt. Danach spreize ich den Spalt und kontrolliere die Vitalität des Tieres, durch Anstoßen mit einem sterilen stumpfen Gegenstand. Bewegt sich das Tier ist alles in Ordnung. Auch aus 10 Tage vor dem Schlupf geöffneten Eiern schlüpften gesunde Jungtiere. Sie messen beim Schlupf 35-40 cm. Ihre Aufzucht ist nach meinen Erfahrungen trotz Einzelunterbringung problematisch. Sie verweigern fast komplett angebotenes Futter und halten lange nicht so lange ohne Futter aus wie andere Arten. Nach einigen Monaten Zwangsfütterung fressen sie dann selbständig, einige sind zu Beginn auf eine bestimmte Futtertierart fixiert. Ausfälle kommen auch bei selbstfressenden Jungtieren gelegentlich vor.

Adultgröße: bis 200 cm, die Männchen möglicherweise kleiner
Empfohlene Literatur:


Coelognathus flavolineatus Paar
Ca. vierjähriges Paar.
Coelognathus flavolineatus Jährling
Einjähriges NZ-Weibchen.